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Betriebsrat Bofrost

Die Leute haben kapiert, dass Bofrost eben kein Unternehmen ist, in dem Betriebsräte mit Stasi-Methoden auf breiter Basis bespitzelt werden. Das möchte die Gewerkschaft wohl so darstellen, aber das glauben ihr immer weniger Leute. Es geht um einen Einzelfall.
Ich habe heute Morgen mit einem Kollegen gesprochen, der seit Jahrzehnten Gewerkschaftler ist und über das Betriebsverfassungsgesetz sehr gut Bescheid weiß. Er ist eher ein sehr kritischer Kerl, aber in dieser Sache kann sogar er, der noch mehr links ist als Rosa Luxemburg, nur mit dem Kopf schütteln. Er sagte mir:

„Die tun ja jetzt so, als hätte man dieses Betriebsratsmitglied seine Betriebsratsarbeit nicht machen lassen wollen. Das ist falsch! Der Mann kann soviel für den Betriebsrat machen wie er will, da kann ihn kein Arbeitgeber dran hindern. Aber wenn der sich um Leute kümmert, die längst aus dem Betrieb raus sind, dann macht er keine Betriebsratsarbeit. Die kann man nur für Leute machen, die auch noch zum Unternehmen gehören. Was bildet der sich eigentlich ein? Das wäre ja noch schöner, wenn man als Betriebsrat quasi auch noch Außenstehende berät, und das alles auf Kosten des Unternehmens. Na klar hat der Bofrost um die Arbeitszeit beschissen, das liegt klar auf der Hand. Während der Arbeitszeit kann der als Betriebsrat eben nur für die Mitarbeiter eines Unternehmens tätig werden. Und das haben die ihm nachweisen wollen. Hätte ich auch gemacht.“

(Originalton eines Gewerkschaftlers!)

Weiter hat er gesagt:

„Ich habe gestern schon deswegen telefoniert. Da kann auch von Spionagesoftware gar keine Rede sein. In so einem vernetzten Unternehmen sind doch auf jedem Rechner Protokolle und Listen drauf. Klicke doch bloß mal bei einem Kollegen auf die Browserhistorie und schon kannst Du sehen, wo der überall rumgesurft ist. Genauso können die von der EDV-Abteilung auch in Deinen Rechner gucken. Bloß interessieren die sich nie für die Inhalte, das ist denen scheißegal, die wollen bloß, das die Kisten richtig laufen.
Aber in dem Fall hier hat die Unternehmensleitung eben auch gesehen, dass der Mann, also dieser Betriebsrat da, während der Arbeitszeit so getan hat, als würde er Betriebsratsarbeit machen und stattdessen hat der Ex-Mitarbeitern geschrieben. Die haben aber mit dem Unternehmen nichts zu tun und für Ex ist der kein Betriebsrat. In der Sache hat Bofrost doch recht, der Typ hat beschissen, da kann auch die Gewerkschaft nichts dran drehen.
Aber die bereiten sich gerade auf einen großen Streik im öffentlichen Dienst vor und da kommen solche Spionagevorwürfe ganz gelegen. Das rüttelt die Leute auf und manch einer wird durch so eine Sache dann Mitglied und die brauchen doch jetzt Geld. Darum geht’s, wenn Du mich fragst.“

Langsam blicke ich da auch durch. Da geht es also um einen einzelnen Mann und nicht um eine unternehmensweite Geschichte. Und sowas wird jetzt zum Skandal aufgeblasen? Für mich unfassbar!
Eigentlich sollte so einem Betriebsrat das Wohl des Unternehmens am Herzen liegen und nicht die Beschädigung einer tollen und ehrwürdigen Marke. Darüber hinaus muss gesagt werden, dass das Urlaubsgeld, dass für Skikleidung und Skiern ausgegeben worden ist, zurückgefordert worden ist. Da muss sich jemand wohl warm anziehen, wie man so schön sagt.

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